Ingest afd-gutachten.de: 307 Seiten, Stand 2026-07-25
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tags: [gutachten]
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# Einleitung
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Die Vorarbeiten, insbesondere das Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz zur Einstufung der AfD als gesichert extremistische Bestrebung von 2025 (BfV-Gutachten), behandeln insbesondere folgende Bereiche: den ethnischen Volksbegriff, (antimuslimischen) Rassismus, Antisemitismus sowie Demokratiefeindlichkeit in Gestalt des Verächtlichmachens des Parlamentarismus.
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Für jeden dieser Themenschwerpunkte wurde in einem ersten Schritt geprüft, welche der im BfV-Gutachten zusammengetragenen Äußerungen für ein Verfahren nach Art. 21 Abs. 2 GG belastbar sein könnten und welche den hohen verfassungsrechtlichen Maßstäben an die Verfassungswidrigkeit einer Partei nicht genügen. Diese Selektion war notwendig, weil das BfV-Gutachten einem verfassungsschutzrechtlichen Erkenntnisinteresse folgt, das sich von den Anforderungen eines Parteiverbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht unterscheidet.
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In einem zweiten Schritt wurde für jeden Schwerpunkt untersucht, welche rechtlichen Maßstäbe Rechtsprechung und Literatur für die Bewertung einer möglichen Verfassungswidrigkeit entwickelt haben. Dabei wurde insbesondere gefragt, welche Schlüsse sich aus den NPD-Urteilen des Bundesverfassungsgerichts von 2017 und 2024 ziehen lassen — sowohl im Hinblick darauf, was relevante Äußerungen inhaltlich auszeichnet, als auch im Hinblick darauf, welche organisatorischen Maßnahmen und programmatischen Festlegungen einer Partei für die Prüfung des Art. 21 Abs. 2 GG Aussagekraft besitzen.
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type: quelle
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title: "Ethnischer Volksbegriff"
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description: "Seit der „NPD II”-Entscheidung von 2017 ist der ethnische Volksbegriff ein, wenn nicht sogar *der* Dreh- und Angelpunkt der verfassungs- und verfassungsschutzrechtlichen Debatte …"
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tags: [gutachten]
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fussnoten:
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- nr: 415
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text: "BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 − 2 BvB 1/13, Rn. 635 ff. -- NPD II ; ebenso: BVerfG, Urteil v. 23.01.2024 − 2 BvB 1/19, Rn. 325 ff. -- Finanzierungsausschluss NPD/Die Heimat ."
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- nr: 416
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text: "Möllers , Die verfassungsrechtliche Missbilligung eines materialisierten Volksbegriffs als Element des Schutzes der Verfassung, Der Staat 62 (2023), 181; Gärditz , § 11 Verfassungsidentität und Schutz der Verfassung, in: Stern/Sodan/Möstl (Hrsg.), Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland im europäischen Staatenverbund, 2. Aufl. 2022, Rn. 70 f.; Ogorek , Gutachten zur BfV-Einstufung, 15.08.2025, [https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf](https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf) (abgerufen am: 17.06.2026); Majer , Remigration, ethnischer Volksbegriff und ihr Verhältnis zum Verfassungsrecht, NJ 2025, 352; Kaya , Wer ist das Volk?, Verfassungsblog 2024."
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- nr: 417
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text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 114--255."
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- nr: 418
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text: "VG Köln, Beschluss v. 26.02.2026 − 13 L 1109/25, S. 44 ff. -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem ; OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 202 -- Verdachtsfall AfD ; BVerwG, Beschluss v. 20.05.2025 − 6 B 21.24, BeckRS 2025, 17567, Rn. 13 -- Revisionsnichtzulassung AfD Verdachtsfall ; siehe auch: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss v. 19.06.2020 − OVG 1 S 56/20, GSZ 2020, 270, LS 1 -- VS-Bericht Flügel, ethnokultureller Volksbegriff ; VGH Bayern, Beschluss v. 14.09.2023 − 10 CE 23.796, BeckRS 2023, 24631 (105) -- VS-Beobachtung AfD ; VGH Mannheim, Beschluss v. 06.11.2024 − 1 S 1798/23, BeckRS 2024, 31663, LS 3 -- Verdachtsfall AfD ."
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- nr: 419
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||||
text: "BVerwG, Urteil v. 21.11.2024 − 2 WD 9/23 -- IB Soldat ; BVerwG, Urteil v. 09.10.2025 − 2 A 6.24 -- Wagner ; VG Karlsruhe, Beschluss v. 26.02.2026 − 12 K 528/26, DGVZ 2026, 105 -- Rücknahme der Ernennung einer Beamtin wegen Zweifel an der Verfassungstreue ."
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- nr: 420
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text: "BVerwG, Urteil v. 24.06.2025 − 6 A 4.24 -- COMPACT ."
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- nr: 421
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text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 254."
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- nr: 422
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text: "Cremer , Warum die AfD verboten werden könnte. Empfehlungen an Staat und Politik, 2023."
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- nr: 423
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text: "von Arnauld et al. , Rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die Alternative für Deutschland, VerfBlog 2024."
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- nr: 424
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text: "Towfigh/Alberti , Hätte ein Parteiverbotsverfahren gegen die »Alternative für Deutschland« (AfD) Aussicht auf Erfolg?, DVBl 139 (2024), 601 (607)."
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- nr: 425
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text: "OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 202 -- Verdachtsfall AfD ."
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- nr: 426
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text: "VG Köln, Beschluss v. 26.02.2026 − 13 L 1109/25, S. 44 -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem ."
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- nr: 427
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text: "AfD, Erklärung zum deutschen Staatsvolk und zur deutschen Identität 2021, [https://www.afd.de/wp-content/uploads/2021/01/Erkl%C3%A4rung-Deutsches-Staatsvolk_20_01_2021.pdf](https://www.afd.de/wp-content/uploads/2021/01/Erkl%C3%A4rung-Deutsches-Staatsvolk_20_01_2021.pdf)."
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# Ethnischer Volksbegriff
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Seit der „NPD II”-Entscheidung von 2017[^415] ist der ethnische Volksbegriff ein, wenn nicht sogar *der* Dreh- und Angelpunkt der verfassungs- und verfassungsschutzrechtlichen Debatte über den Rechtsextremismus im Allgemeinen und die AfD im Besonderen.[^416] Der ethnisch-abstammungsmäßige oder ethnisch-kulturelle Volksbegriff spielt eine zentrale Rolle bei der Einstufung der AfD durch die Verfassungsschutzämter[^417] und bei deren Kontrolle durch die Verwaltungsgerichte[^418] sowie in der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung in angrenzenden Gebieten wie dem Disziplinar-[^419] oder dem Vereinsrecht.[^420]
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Das Bundesamt für Verfassungsschutz widmet in seinem AfD-Gutachten von 2025 etwa 140 Seiten dem ethnischen Volksbegriff und kommt zu dem Schluss, „dass die AfD weiterhin ein gegen Art. 1 Abs. 1 GG verstoßendes ethnisch-kulturelles Volksverständnis verfolgt und dieses insbesondere auf den Gebieten der Migrations-, Asyl- und Einbürgerungspolitik umsetzen will”.[^421]
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In der rechtswissenschaftlichen Literatur teilen die Kurzgutachten von Cremer[^422] und von siebzehn Staatsrechtler\*innen[^423] sowie der Fachartikel von Towfigh/Alberti[^424] diesen Befund. Das OVG Münster kam in der „Verdachtsfall”-Entscheidung von 2024 zu dem Schluss, dass der begründete Verdacht bestehe, „dass es den politischen Zielsetzungen jedenfalls eines maßgeblichen Teils [der AfD] entspricht, deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund nur einen rechtlich abgewerteten Status zuzuerkennen, weil zu ihren zentralen politischen Vorstellungen gehört, dass es eine von der Staatsangehörigkeit unabhängige ‚ethnisch-kulturelle’ Volkszugehörigkeit gibt […]”.[^425] Das VG Köln kam in der Eilrechtsentscheidung zur Hochstufung der AfD 2026 zu dem Schluss, dass dafür „zwar der begründete Verdacht, aber keine hinreichende Gewissheit” bestehe.[^426]
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Die Frage, ob die AfD einen ethnisch-kulturellen Volksbegriff vertritt und diesen auch durch rechtliche Maßnahmen realisieren will, zu einer zentralen Prüfungsdimension dieses Gutachtens zu machen, drängte sich damit von vornherein auf. Dafür wurden zunächst rechtswissenschaftliche Literatur und verfassungs- und verwaltungsgerichtliche Urteile ausgewertet, um einen Prüfungsmaßstab aufzustellen. Anhand der „NPD II”-Entscheidung und des BfV-Gutachtens wurde ein Korpus aus einschlägigen Äußerungen und Maßnahmen gebildet, um anhand der dortigen Beispiele das gesammelte Material zur AfD auszuwerten. Da die AfD sich in offiziellen Erklärungen explizit vom ethnischen Volksbegriff und der ethnischen Diskriminierung bestimmter Gruppen von deutschen Staatsbürger\*innen abgrenzt,[^427] musste ein besonderer Fokus auf der Ermittlung der Grundtendenz der Gesamtpartei liegen: der Unterscheidung von einzelnen Entgleisungen, einer die Gesamtpartei prägenden Ideologie und den von der Gesamtpartei geforderten Maßnahmen.
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**Fussnoten**
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[^415]: BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 − 2 BvB 1/13, Rn. 635 ff. -- NPD II ; ebenso: BVerfG, Urteil v. 23.01.2024 − 2 BvB 1/19, Rn. 325 ff. -- Finanzierungsausschluss NPD/Die Heimat .
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[^416]: Möllers , Die verfassungsrechtliche Missbilligung eines materialisierten Volksbegriffs als Element des Schutzes der Verfassung, Der Staat 62 (2023), 181; Gärditz , § 11 Verfassungsidentität und Schutz der Verfassung, in: Stern/Sodan/Möstl (Hrsg.), Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland im europäischen Staatenverbund, 2. Aufl. 2022, Rn. 70 f.; Ogorek , Gutachten zur BfV-Einstufung, 15.08.2025, [https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf](https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf) (abgerufen am: 17.06.2026); Majer , Remigration, ethnischer Volksbegriff und ihr Verhältnis zum Verfassungsrecht, NJ 2025, 352; Kaya , Wer ist das Volk?, Verfassungsblog 2024.
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[^417]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 114--255.
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[^418]: VG Köln, Beschluss v. 26.02.2026 − 13 L 1109/25, S. 44 ff. -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem ; OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 202 -- Verdachtsfall AfD ; BVerwG, Beschluss v. 20.05.2025 − 6 B 21.24, BeckRS 2025, 17567, Rn. 13 -- Revisionsnichtzulassung AfD Verdachtsfall ; siehe auch: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss v. 19.06.2020 − OVG 1 S 56/20, GSZ 2020, 270, LS 1 -- VS-Bericht Flügel, ethnokultureller Volksbegriff ; VGH Bayern, Beschluss v. 14.09.2023 − 10 CE 23.796, BeckRS 2023, 24631 (105) -- VS-Beobachtung AfD ; VGH Mannheim, Beschluss v. 06.11.2024 − 1 S 1798/23, BeckRS 2024, 31663, LS 3 -- Verdachtsfall AfD .
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[^419]: BVerwG, Urteil v. 21.11.2024 − 2 WD 9/23 -- IB Soldat ; BVerwG, Urteil v. 09.10.2025 − 2 A 6.24 -- Wagner ; VG Karlsruhe, Beschluss v. 26.02.2026 − 12 K 528/26, DGVZ 2026, 105 -- Rücknahme der Ernennung einer Beamtin wegen Zweifel an der Verfassungstreue .
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[^420]: BVerwG, Urteil v. 24.06.2025 − 6 A 4.24 -- COMPACT .
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[^421]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 254.
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[^422]: Cremer , Warum die AfD verboten werden könnte. Empfehlungen an Staat und Politik, 2023.
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[^423]: von Arnauld et al. , Rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die Alternative für Deutschland, VerfBlog 2024.
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[^424]: Towfigh/Alberti , Hätte ein Parteiverbotsverfahren gegen die »Alternative für Deutschland« (AfD) Aussicht auf Erfolg?, DVBl 139 (2024), 601 (607).
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[^425]: OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 202 -- Verdachtsfall AfD .
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[^426]: VG Köln, Beschluss v. 26.02.2026 − 13 L 1109/25, S. 44 -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem .
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[^427]: AfD, Erklärung zum deutschen Staatsvolk und zur deutschen Identität 2021, [https://www.afd.de/wp-content/uploads/2021/01/Erkl%C3%A4rung-Deutsches-Staatsvolk_20_01_2021.pdf](https://www.afd.de/wp-content/uploads/2021/01/Erkl%C3%A4rung-Deutsches-Staatsvolk_20_01_2021.pdf).
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type: quelle
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title: "Muslimfeindlichkeit und Rassismus"
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description: "Die Vorarbeiten werfen der AfD sowohl eine allgemeine „Fremden”- und Minderheitenfeindlichkeit als auch eine spezifisch gegen Musliminnen gerichtete Abwertung vor."
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url: "https://afd-gutachten.de/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/02-muslimfeindlichkeit-und-rassismus/"
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kapitel_pfad: "gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/02-muslimfeindlichkeit-und-rassismus"
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ebene: 4
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reihenfolge: 47
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stand: "2026-07-25"
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||||
lizenz: "CC-BY 4.0 Gesellschaft fuer Freiheitsrechte e.V."
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timestamp: "2026-07-25T00:00:00Z"
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tags: [gutachten]
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fussnoten:
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- nr: 428
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||||
text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 256--339."
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- nr: 429
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||||
text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 340--482."
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- nr: 430
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||||
text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 993 ff.; VG Köln, Beschluss v. 26.2.2026, 13 L 1109/25, 36 f. -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem ."
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- nr: 431
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||||
text: "OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 241 -- Verdachtsfall AfD ; VG Köln, Beschluss v. 26.02.2026 − 13 L 1109/25, S. 35 f. -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem ; BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 991 f."
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- nr: 432
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||||
text: "OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 241 -- Verdachtsfall AfD ; BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 991 ff."
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# Muslimfeindlichkeit und Rassismus
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Die Vorarbeiten werfen der AfD sowohl eine allgemeine „Fremden”- und Minderheitenfeindlichkeit als auch eine spezifisch gegen Muslim\*innen gerichtete Abwertung vor. Das BfV-Gutachten belegt dies auf über 220 Seiten anhand zweier großer Themenblöcke: „Fremden- und minderheitenfeindliche Aussagen und Positionen”[^428] sowie „Muslim- und islamfeindliche Aussagen und Positionen”[^429]. Im ersten Block dokumentiert das BfV Äußerungen, die einen Zusammenhang zwischen Herkunft und Gewaltneigung konstruieren, Migrant\*innen eine missbräuchliche Inanspruchnahme von Sozialleistungen unterstellen, ihnen okkupatorische Absichten zuschreiben, Migrationsprozesse mit Katastrophenmetaphern beschreiben, eine kulturelle Inkompatibilität behaupten und kollektive Rückführungsmaßnahmen fordern. Im zweiten Block werden pauschale negative Werturteile über Muslim\*innen, ihre bewusste Ausgrenzung, die Behauptung einer Verdrängung der europäischen Bevölkerung durch den Islam sowie pauschale Verunglimpfungen als Islamisten belegt.
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Ergänzend wurden die Wahlprogramme des Bundes und der Länder sowie parlamentarische Anträge ausgewertet. Hinzugezogen wurden ferner die einschlägigen Entscheidungen zur AfD sowie die Urteile des Bundesverfassungsgerichts in den Verfahren NPD II (2017) und Heimat (2024), in denen auch rechtliche Maßnahmen angesprochen werden, die sich mit Forderungen der AfD überschneiden.
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Aus diesen Erwägungen ergab sich, auch in diesem Gutachten einen Schwerpunkt auf Rassismus und Muslimfeindlichkeit zu legen. Ausgangspunkt war die Frage, ob sich die Äußerungen und Programmsätze der AfD zu einer kulturrassistischen Ideologie verdichten. Als rechtliche Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang besonderer Betrachtung bedürfen, sind insbesondere AfD-Forderungen nach einem Kopftuchverbot in öffentlichen Einrichtungen,[^430] nach einem Moschee- oder Minarettbauverbot[^431] sowie nach einem Verbot des Muezzinrufs[^432] zu nennen.
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**Fussnoten**
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[^428]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 256--339.
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[^429]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 340--482.
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||||
[^430]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 993 ff.; VG Köln, Beschluss v. 26.2.2026, 13 L 1109/25, 36 f. -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem .
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||||
[^431]: OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 241 -- Verdachtsfall AfD ; VG Köln, Beschluss v. 26.02.2026 − 13 L 1109/25, S. 35 f. -- eA: AfD nicht gesichert rechtsextrem ; BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 991 f.
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||||
[^432]: OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 241 -- Verdachtsfall AfD ; BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 991 ff.
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type: quelle
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title: "Antisemitismus"
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description: "Das BfV-Gutachten behandelt den Antisemitismus als eigene Kategorie, misst ihm im Ergebnis jedoch nachrangige Bedeutung zu."
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url: "https://afd-gutachten.de/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/03-antisemitismus/"
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kapitel_pfad: "gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/03-antisemitismus"
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||||
ebene: 4
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||||
reihenfolge: 48
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||||
stand: "2026-07-25"
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content_hash: "sha256:e585a60a7f1e59fffca395469f82ce33f914072cd52e6d8f0495cd5080446451"
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||||
lizenz: "CC-BY 4.0 Gesellschaft fuer Freiheitsrechte e.V."
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trust: certified
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timestamp: "2026-07-25T00:00:00Z"
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||||
tags: [gutachten]
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fussnoten:
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- nr: 433
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||||
text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 483 ff."
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- nr: 434
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text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 1017."
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- nr: 435
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||||
text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 1033."
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||||
- nr: 436
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||||
text: "Ogorek , Gutachten zur BfV-Einstufung, 15.08.2025, [https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf](https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf) (abgerufen am: 17.06.2026)."
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# Antisemitismus
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Das BfV-Gutachten behandelt den Antisemitismus als eigene Kategorie[^433], misst ihm im Ergebnis jedoch nachrangige Bedeutung zu.[^434] Das Bundesamt konnte insoweit keine antisemitische Grundtendenz der Gesamtpartei feststellen.[^435] Dementsprechend zieht auch Ogorek diesen Themenbereich in seiner exemplarischen Belegauswertung nicht eigenständig heran und klammert ihn bei seiner quantitativen Gesamtauswertung ausdrücklich aus[^436] — eben weil das BfV die gesammelten Belege selbst als zum Nachweis einer entsprechenden Grundhaltung unzureichend bewertet hat.
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Auch in der bisherigen Rechtsprechung zur AfD spielt der Antisemitismus keine tragende Rolle.
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||||
Die Auswertung der im BfV-Gutachten gesammelten und auch anderweitig bekannten Belege ergab, dass diese Prüfungsdimension zwar nicht ignoriert werden darf, aber keinen Schwerpunkt bilden wird.
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**Fussnoten**
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||||
[^433]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 483 ff.
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||||
[^434]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 1017.
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[^435]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 1033.
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[^436]: Ogorek , Gutachten zur BfV-Einstufung, 15.08.2025, [https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf](https://table.media/assets/untersuchung-bfv-gutachten-und-afd-parteiverbot.pdf) (abgerufen am: 17.06.2026).
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type: quelle
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title: "‚Verächtlichmachen des Parlamentarismus'"
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description: "Soweit die Vorarbeiten auf mögliche demokratiefeindliche Zielsetzungen, Bestrebungen oder Verhaltensweisen der AfD bzw."
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tags: [gutachten]
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fussnoten:
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- nr: 437
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text: "BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 − 2 BvB 1/13, Rn. 546 -- NPD II ."
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- nr: 438
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text: "VG Köln, Beschluss v. 05.02.2024 − 13 L 1124/23, BeckRS 2024, 5594."
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- nr: 439
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text: "OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris -- Verdachtsfall AfD ."
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- nr: 440
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text: "OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 256 ff. -- Verdachtsfall AfD ; VG Köln, Beschluss v. 05.02.2024 − 13 L 1124/23, BeckRS 2024, 5594, Rn. 381 ff."
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- nr: 441
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text: "BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 533 ff."
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- nr: 442
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text: "Towfigh/Alberti , Hätte ein Parteiverbotsverfahren gegen die »Alternative für Deutschland« (AfD) Aussicht auf Erfolg?, DVBl 139 (2024), 601 (607)."
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- nr: 443
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text: "von Arnauld et al. , Rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die Alternative für Deutschland, VerfBlog 2024, S. 4 f."
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# ‚Verächtlichmachen des Parlamentarismus'
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Soweit die Vorarbeiten auf mögliche demokratiefeindliche Zielsetzungen, Bestrebungen oder Verhaltensweisen der AfD bzw. ihrer Anhänger\*innen eingehen, beschränken sie sich (zusätzlich zur potenziell demokratiefeindlichen Dimension eines ethnischen Volksbegriffs) im Wesentlichen auf Ausführungen dazu, wie die Partei den Parlamentarismus, politische Gegner\*innen und Institutionen in demokratiefeindlicher Weise ‚verächtlich mache’.
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Dies knüpft an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts an, wonach „[d]en Rahmen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verlässt […], wer den Parlamentarismus verächtlich macht, ohne aufzuzeigen, auf welchem anderen Weg dem Grundsatz der Volkssouveränität Rechnung getragen und die Offenheit des politischen Willensbildungsprozesses gewährleistet werden kann”.[^437]
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Diese Rechtsprechung wurde vom VG Köln im Beschluss zur Einstufung der Jungen Alternative als gesichert extremistische Bestrebung[^438] sowie vom OVG Münster im Urteil zur Einstufung der AfD als Verdachtsfall[^439] konkretisiert und auf die Junge Alternative sowie die AfD angewendet. Dabei werden auch bereits einzelne Belege aufgelistet.[^440] Eine detaillierte Auseinandersetzung unter Bildung von Fallgruppen und der Aufführung zahlreicher Belege erfolgte im BfV-Gutachten 2025.[^441]
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Towfigh und Alberti nahmen hinsichtlich einer möglichen Demokratiefeindlichkeit ebenfalls ausschließlich Stellung zu einer „strategische[n] Delegitimierung demokratischer Akteure und Prozesse” durch die AfD, hierdurch beeinträchtige sie „das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip”.[^442] Ähnliche Ausführungen finden sich in der Stellungnahme von 18 Staatsrechtler\*innen.[^443]
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Ausgehend von diesen in großem Umfang vorhandenen Belegsammlungen stellte sich hinsichtlich des ‚Verächtlichmachens des Parlamentarismus’ weniger die Frage nach der Verbreitung entsprechender Ansichten und Verhaltensweisen in der AfD als nach deren rechtlicher Bewertung. Dieses Gutachten befasst sich im Detail mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen aus Äußerungen, mit denen der Parlamentarismus, politische Gegner\*innen oder staatliche Institutionen ‚verächtlich gemacht’ werden, unter Zugrundelegung der auch vom BfV herangezogenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts der Schluss auf demokratiefeindliche Zielsetzungen oder Verhaltensweisen einer Partei beziehungsweise ihrer Anhänger\*innen gezogen werden kann.
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**Fussnoten**
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[^437]: BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 − 2 BvB 1/13, Rn. 546 -- NPD II .
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[^438]: VG Köln, Beschluss v. 05.02.2024 − 13 L 1124/23, BeckRS 2024, 5594.
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[^439]: OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris -- Verdachtsfall AfD .
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[^440]: OVG NRW, Urteil v. 13.05.2024 − 5 A 1218/22, juris, Rn. 256 ff. -- Verdachtsfall AfD ; VG Köln, Beschluss v. 05.02.2024 − 13 L 1124/23, BeckRS 2024, 5594, Rn. 381 ff.
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[^441]: BfV, AfD-Gutachten 2025, S. 533 ff.
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[^442]: Towfigh/Alberti , Hätte ein Parteiverbotsverfahren gegen die »Alternative für Deutschland« (AfD) Aussicht auf Erfolg?, DVBl 139 (2024), 601 (607).
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[^443]: von Arnauld et al. , Rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die Alternative für Deutschland, VerfBlog 2024, S. 4 f.
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# in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen — Index
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- [Einleitung](/quellen/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/00-einleitung.md) — Die Vorarbeiten, insbesondere das Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz zur Einstufung der AfD als gesichert extremistische Bestrebung von 2025 (BfV-Gutachten), behandeln …
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- [Ethnischer Volksbegriff](/quellen/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/01-ethnischer-volksbegriff.md) — Seit der „NPD II”-Entscheidung von 2017 ist der ethnische Volksbegriff ein, wenn nicht sogar *der* Dreh- und Angelpunkt der verfassungs- und verfassungsschutzrechtlichen Debatte …
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- [Muslimfeindlichkeit und Rassismus](/quellen/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/02-muslimfeindlichkeit-und-rassismus.md) — Die Vorarbeiten werfen der AfD sowohl eine allgemeine „Fremden”- und Minderheitenfeindlichkeit als auch eine spezifisch gegen Musliminnen gerichtete Abwertung vor.
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- [Antisemitismus](/quellen/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/03-antisemitismus.md) — Das BfV-Gutachten behandelt den Antisemitismus als eigene Kategorie, misst ihm im Ergebnis jedoch nachrangige Bedeutung zu.
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- [‚Verächtlichmachen des Parlamentarismus'](/quellen/gutachten/03-einfuehrung/05-pruefungsdimensionen/01-in-vorarbeiten-schon-behandelte-fragen/04-veraechtlichmachen-des-parlamentarismus.md) — Soweit die Vorarbeiten auf mögliche demokratiefeindliche Zielsetzungen, Bestrebungen oder Verhaltensweisen der AfD bzw.
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