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2026-07-25 20:42:44 +00:00

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quelle Einleitung Die materiell-rechtlichen Anforderungen für ein Parteiverbotsverfahren ergeben sich aus Art. 21 Abs. 2 GG: https://afd-gutachten.de/gutachten/05-teil-2-rechtliche-massstaebe/00-einleitung/ gutachten/05-teil-2-rechtliche-massstaebe/00-einleitung 2 120 2026-07-25 sha256:47fe55d919cb2ed9a3276fb674c5ba5418a92f2a82e5af9788aa556dcab2d12c CC-BY 4.0 Gesellschaft fuer Freiheitsrechte e.V. certified 2026-07-25T00:00:00Z
gutachten
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1316 BVerfG, Urteil v. 23.10.1952 1 BvB 1/51, BVerfGE 2, 1 -- SRP-Verbot .
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1317 BVerfG, Urteil v. 17.08.1956 1 BvB 2/51, BVerfGE 5, 85 -- KPD-Verbot .
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1318 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13 -- NPD II .
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1319 BVerfG, Urteil v. 23.01.2024 2 BvB 1/19 -- Finanzierungsausschluss NPD/Die Heimat .
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1320 BVerfG, Urteil v. 23.01.2024 2 BvB 1/19, Rn. 241 -- Finanzierungsausschluss NPD/Die Heimat .
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1321 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 f. -- NPD II .
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1322 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II .
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1323 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II m.w.N.
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1324 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II m.w.N.
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1325 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II m.w.N.; s.a. Klein , in: Dürig/Herzog/Scholz, GG, Losebl. (Stand: Januar 2012), Art. 21 S. 485.
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1326 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II .
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1327 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II .

Einleitung

Die materiell-rechtlichen Anforderungen für ein Parteiverbotsverfahren ergeben sich aus Art. 21 Abs. 2 GG:

Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.

Diese Tatbestandsmerkmale hat das Bundesverfassungsgericht insbesondere in drei Parteiverbotsverfahren nach Art. 21 Abs. 2 GG — gegen die SRP1 , die KPD2 und die NPD3 — sowie in der bislang einzigen Entscheidung zum Ausschluss von der Parteienfinanzierung nach Art. 21 Abs. 3 GG — ebenfalls gegen die NPD (bzw. nach Umbenennung Die Heimat)4 — entwickelt. Auch letztere Entscheidung ist relevant, weil die Tatbestandsmerkmale des Parteiverbotsverfahrens und Parteifinanzierungsausschlussverfahrens weitgehend gleichlaufen und sich lediglich im Hinblick auf die Tathandlung unterscheiden („darauf ausgehen” beim Parteiverbot und „darauf ausgerichtet sein” beim Finanzierungsausschluss).5

Bei der Auslegung der einzelnen Tatbestandsmerkmale von Art. 21 Abs. 2 GG ist dem Ausnahmecharakter der Norm6 — als Ausdruck eines Regel-Ausnahme-Verhältnisses „zwischen der Parteienfreiheit des Art. 21 Abs. 1 GG und dem Parteiverbot des Art. 21 Abs. 2 GG”7 — Rechnung zu tragen. Das Grundgesetz geht davon aus, dass sich der Staatswille bilden müsse durch die ständige geistige Auseinandersetzung zwischen einander begegnenden sozialen Kräften und Interessen, den politischen Ideen und damit auch den sie vertretenden Parteien.8 Es vertraut auf die Kraft dieser Auseinandersetzung als wirksamste Waffe auch gegen die Verbreitung totalitärer und menschenverachtender Ideologien9 und weist Parteien eine besondere Rolle in der politischen Willensbildung zu10 . Infolgedessen begründet das Parteiverbot „einen schwerwiegenden Eingriff in die Freiheit der politischen Willensbildung und die Parteienfreiheit des Art. 21 Abs. 1 GG”11 . Das wiederum gebietet eine restriktive Auslegung; die Annahme von ungeschriebenen, den Anwendungsbereich der Norm erweiternden Tatbestandsmerkmalen ist nicht gestattet.12

Vor diesem Hintergrund werden im Folgenden die rechtlichen Maßstäbe für die Tatbestandsmerkmale des Art. 21 Abs. 2 GG aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts rezipiert und punktuell weiterentwickelt. Einer Weiterentwicklung bedarf insbesondere die Dogmatik der elementaren Rechtsgleichheit als Ausprägung der Menschenwürde; das Verhältnis der „Ziele” einer Partei zu dem „Verhalten ihrer Anhänger”; das Prüfprogramm für die Bestimmung der „Ziele” einerseits, des „Verhaltens” andererseits; sowie die Unterscheidung zwischen „Beeinträchtigen” und „Beseitigen” der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.


Fussnoten


  1. BVerfG, Urteil v. 23.10.1952 1 BvB 1/51, BVerfGE 2, 1 -- SRP-Verbot . ↩︎

  2. BVerfG, Urteil v. 17.08.1956 1 BvB 2/51, BVerfGE 5, 85 -- KPD-Verbot . ↩︎

  3. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13 -- NPD II . ↩︎

  4. BVerfG, Urteil v. 23.01.2024 2 BvB 1/19 -- Finanzierungsausschluss NPD/Die Heimat . ↩︎

  5. BVerfG, Urteil v. 23.01.2024 2 BvB 1/19, Rn. 241 -- Finanzierungsausschluss NPD/Die Heimat . ↩︎

  6. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 f. -- NPD II . ↩︎

  7. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II . ↩︎

  8. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II m.w.N. ↩︎

  9. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II m.w.N. ↩︎

  10. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II m.w.N.; s.a. Klein , in: Dürig/Herzog/Scholz, GG, Losebl. (Stand: Januar 2012), Art. 21 S. 485. ↩︎

  11. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II . ↩︎

  12. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 524 -- NPD II . ↩︎