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quelle Maßstab: Offenheit des politischen Willensbildungsprozesses Unverzichtbar für ein demokratisches System ist nach dem Bundesverfassungsgericht ein offener Prozess der politischen Willensbildung vom Volk zu den Staatsorganen, aus dem … https://afd-gutachten.de/gutachten/06-teil-3-verfassungswidrigkeit-der-afd/02-ziele-und-verhalten-im-wider-spruch-zum-demokratieprinzip/02-unterdrueckung-politischer-gegner-innen/01-massstab-offenheit-des-politischen-willensbildungsprozesses/ gutachten/06-teil-3-verfassungswidrigkeit-der-afd/02-ziele-und-verhalten-im-wider-spruch-zum-demokratieprinzip/02-unterdrueckung-politischer-gegner-innen/01-massstab-offenheit-des-politischen-willensbildungsprozesses 4 210 2026-07-25 sha256:3a743e1f02285d78edb9811271a9c46809cdbf978274c38f74a5649599573ecf CC-BY 4.0 Gesellschaft fuer Freiheitsrechte e.V. certified 2026-07-25T00:00:00Z
gutachten
nr text
3931 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 544 -- NPD II .
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3932 Waldhoff , § 10 Parteien-, Wahl- und Parlamentsrecht, in: Herdegen et al. (Hrsg.), VerfassungsR-HdB, 2021, Rn. 4 ff.
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3933 BVerfG, Urteil v. 19.07.1966 2 BvF 1/65, BVerfGE 20, 56 (98) -- Parteienfinanzierung I .
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3934 Böckenförde , § 24 Demokratie als Verfassungsprinzip, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), HbStR II, 3. Aufl. 2004, 429 (454).
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3935 Böckenförde , § 24 Demokratie als Verfassungsprinzip, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), HbStR II, 3. Aufl. 2004, 429 (454).
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3936 Schwarz , in: Dürig/Herzog/Scholz, GG, Losebl. (Stand: Oktober 2024), Art. 38 Rn. 68.
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3937 Böckenförde , § 24 Demokratie als Verfassungsprinzip, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), HbStR II, 3. Aufl. 2004, 429 (455).
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3938 BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 544 -- NPD II .

Maßstab: Offenheit des politischen Willensbildungsprozesses

Unverzichtbar für ein demokratisches System ist nach dem Bundesverfassungsgericht ein offener Prozess der politischen Willensbildung vom Volk zu den Staatsorganen, aus dem Einzelne nicht willkürlich ausgeschlossen werden dürfen:

In der Demokratie erfolgt die politische Willensbildung vom Volk zu den Staatsorganen und nicht umgekehrt […]. Die demokratischen Postulate der Freiheit und Gleichheit erfordern gleichberechtigte Mitwirkungsmöglichkeiten aller Bürger. Nur dann ist dem Erfordernis der Offenheit des Prozesses der politischen Willensbildung genügt. Damit sind Konzepte des dauerhaften oder vorübergehenden Ausschlusses Einzelner aus diesem Prozess nicht vereinbar.1

Der Prozess der politischen Willensbildung umfasst sowohl die Willensbildung des Volkes als auch die Willensbildung im Staat.2 Die politische Willensbildung des Volkes ist ein „permanente[r] Prozeß”, der „in den für die Willensbildung im Staat entscheidenden Akt der Parlamentswahl” einmündet.3 Das Recht auf Teilhabe an diesem Prozess „formt sich aus in den sogenannten demokratischen Grundrechten”4 — dem aktiven und passiven Wahlrecht, Zugang zu öffentlichen Ämtern, der Meinungs-, Presse-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.5 Durch die Parlamentswahl geht die Willensbildung des Volkes über in die staatliche Willensbildung.6

Diese Möglichkeit aller zur freien Teilhabe am politischen Willensbildungsprozess bildet auch erst die Grundlage für eine tatsächliche Volkssouveränität:

Der demokratische Gemeinwille, der auf der Grundlage der demokratischen Mitwirkungsfreiheit der Bürger zustande kommt, ist nicht ein vorab inhaltlich gebundener; sein Inhalt ergibt sich vielmehr aus dem freien und offenen Prozeß politischer Willensbildung und staatlicher Entscheidungsfindung. Die individuell-autonome Freiheit der einzelnen überträgt sich auf die politische Gemeinschaft und kehrt wieder in der kollektiv-autonomen Freiheit des Volkssouveräns.7

Der Grundsatz, wonach Einzelne nicht willkürlich dauerhaft oder vorübergehend aus dem Prozess der politischen Willensbildung ausgeschlossen werden dürfen,8 bezieht sich damit sowohl auf die parlamentarische als auch auf die außerparlamentarische Opposition. Weder dürfen Politiker*innen der Opposition aus dem Willensbildungsprozess verdrängt werden (dazu unter B.II.3.a)), noch darf die für diesen Willensbildungsprozess notwendige Äußerung bestimmter Meinungen unterdrückt werden (dazu unter B.II.4.a)aa)).


Fussnoten


  1. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 544 -- NPD II . ↩︎

  2. Waldhoff , § 10 Parteien-, Wahl- und Parlamentsrecht, in: Herdegen et al. (Hrsg.), VerfassungsR-HdB, 2021, Rn. 4 ff. ↩︎

  3. BVerfG, Urteil v. 19.07.1966 2 BvF 1/65, BVerfGE 20, 56 (98) -- Parteienfinanzierung I . ↩︎

  4. Böckenförde , § 24 Demokratie als Verfassungsprinzip, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), HbStR II, 3. Aufl. 2004, 429 (454). ↩︎

  5. Böckenförde , § 24 Demokratie als Verfassungsprinzip, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), HbStR II, 3. Aufl. 2004, 429 (454). ↩︎

  6. Schwarz , in: Dürig/Herzog/Scholz, GG, Losebl. (Stand: Oktober 2024), Art. 38 Rn. 68. ↩︎

  7. Böckenförde , § 24 Demokratie als Verfassungsprinzip, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), HbStR II, 3. Aufl. 2004, 429 (455). ↩︎

  8. BVerfG, Urteil v. 17.01.2017 2 BvB 1/13, Rn. 544 -- NPD II . ↩︎